Autor: Pascal Reis

Kritik: All Is Lost (USA 2013)
Filmkritiken, Heimkino

Kritik: All Is Lost (USA 2013)

Autor: Pascal Reis I'm sorry. I know that means little at this point, but I am. Es gibt rein gar nichts, was der generalisierten Weltbevölkerung so überdeutlich die kollektive Hilflosigkeit gnadenlos vor Augen hält, wie die destruktive Macht der Natur und der erbarmungslose Einfluss differenter Witterungsverhältnisse auf unsere behütete Existenz. Naturkatastrophen jeder Couleur, von brachialen Tornados in den Vereinigten Staaten, die ganze Landstriche verwüsten über Tsunamis in Südostasien, die tausende Menschenleben unter sich begraben, bis hin zu Vulkanausbrüchen in Island, die uns die Hölle auf Erden darbieten, sind natürlich die erste Anlaufstelle und sorgen reflexartig für Angstzustände. Doch auch die Tiefen des Dschungels in ihrer unberührten Form, die mit Schneestürmen ver...
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"Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" (USA 2013) Kritik – Auf der Suche nach der Quintessenz des Lebens

Autor: Pascal Reis "Beautiful things don't ask for attention." Die Meisten assoziieren mit dem Künstler Ben Stiller wohl eher den mit gerne seichten Zoten jonglierenden, aber eigentlich doch recht sympathischen Pausenclown und gutmütigen Durchschnittstrottel aus der amerikanischen Mittelschicht. Dabei berührt die Qualitätsskala im Schaffen Stillers jede äußere Grenze mit Leichtigkeit und kann mit wirklich großartigen Genre-Vertretern wie beispielsweise „Verrückt nach Mary“ und „Meine Braut, ihr Vater und ich“ glänzen, muss sich aber ebenso genügend verdiente Schelte für seine blamablen Auftritte in Danny DeVitos „Der Appartement-Schreck“ und Barry Levinsons wahrlich grauenhaften „Neid“ gefallen lassen. Doch Ben Stiller weiß sein Glück nicht nur als Schauspieler an mehreren Fronten heraus...
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Erster Trailer zum Horror-Thriller "Devil’s Knot" mit Oscar-Gewinner Colin Firth

Wie uns der Trailer gefällt: Beruhend auf den furchtbaren "West Memphis Tree"-Morden aus dem Jahre 1993, rekonstruiert Regisseur Atom Egoyan mit "Devil's Knot" die nebulösen Vorfälle, in denen drei Jugendliche inmitten eines okkulten Rituals für die blutigen Taten an drei Kindern verantwortlich gemacht wurden, doch der Fall wie das vage Gedächtnis weisen viele Ungereimtheiten auf. Der Trailer verspricht nicht nur tolle Darsteller, sondern auch eine unheimlich präzise Inszenierung wie extrem anspannende Atmosphäre. Wir sind gespannt! Deutscher Kinostart ist der 5. Juni 2014.
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"Choral des Todes" (BE/FR 2013) Kritik – Im nebulösen Zirkel der Vergangenheit

Autor: Pascal Reis "Das Konzert kann beginnen." Den intellektuellen Status eines Cormac McCarthy („All die schönen Pferde“) trägt der international gefragte Bestsellerautor Jean-Chistophe Grangé nicht inne, nicht einmal in seiner französischen Heimat würde man ihn zu dem literarischen Phänomen erklären, für das ihn viele Fans der wahrhaft gelungenen Verfilmung seines Kassenschlagers „Die Purpurnen Flüsse“ im Nachhinein leichtfertig bezeichneten. Aber bei einer wenig differenzierten Kollision der Medien sind derartige Superlativen seit jeher Gang und Gäbe. Grangé aber versteht etwas von seinem Handwerk und weiß, wie er diverse Nebenstränge innerhalb seiner fokussierten Handlung kohärent unter einen Hut bekommt und das Finale gekonnt zur großen Klimax, anstatt zur lachhaften Enthüllung ver...
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"The Counselor" (GB/US 2013) Kritik – Michael Fassbender möchte mit den großen Jungs spielen

Autor: Pascal Reis "I'm pretty skeptical about the goodness of the good. I think that if you ransacked the archives of the redeemed you would uncover tales of moral squalor quite beyond the merely appalling." Erwähnt man Cormac McCarthy in literarischen Fachkreisen, so zucken die Anwesenden, vornehmlich amerikanischer Natur, bereits vor der Aussprache der letzte Silbe seines Namens ehrfürchtig zusammen und verfallen in nachfolgenden Diskussionen in tranceartige Heiligsprechungen des Mannes. McCarthy, seines Zeichens Gewinner des renommierten Pulitzer-Preises und adaptierter Vorlagengeber für „The Road“ mit Viggo Mortensen und das Meisterwerk der Coen-Brüder „No Country for Old Men“, ist ohne Zweifel echtes Kulturgut der Stars and Stripes-Nation, sein Können hingegen steht auch auf dem gl...
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"Redemption – Stunde der Vergeltung" (GB/US 2013) Kritik – Auf der Suche nach religiöser Erlösung

Autor: Pascal Reis "Did you hurt someone?" - "Only myself." Jason Statham ist einer der namhaften Erben, die es mit ihrer physischen Qualifikation geschafft haben, sich in der A-Liga der modernen Action-Helden einen Namen zu machen und somit auch über eine echte Schar an Befürwortern verfügt, die sich konsequent um den regelmäßigen Output statuieren. Obwohl seine relativ eingleisige Karriere zwar eher in den Gangster-Klamotten von Guy Ritchie („Bube, Dame, König, grAs“) das Licht der Welt erblickte, ist der drahtige Engländer doch so tief in sein schlagkräftiges Image verwurzelt, dass jeder Ansatz von wirklich ernstzunehmenden Schauspiel oberflächlich in polternden Gewehrsalven und krachenden Fausthieben untergeht. Ein guter Darsteller jedoch sollte es im Laufe seines Lebens jedoch weni...
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"Malavita – The Family" (FR/US 2013) Kritik – Robert De Niro fällt zurück in alte Muster

Autor: Pascal Reis "I didn't kill him, I took him to the hospital." Wenn sich drei Titanen der Branche wie Luc Besson („Léon – der Profi“), Robert De Niro („Die durch die Hölle gehen“) und Martin Scorsese („Taxi Driver“) für eine Kollaboration zusammenraufen, dann ist das für den geneigten Filmfreund ein klarer Grund zur Freude. Inzwischen haben die Namen Besson und De Niro zwar reichlich vom Glanz ihrer Hochzeiten eingebüßt und müssen sich der qualitative Kontinuität des sympathische Italo-Amerikaner Martin Scorsese, der hier in Person des Produzenten auftritt, gnadenlos unterordnen. Doch Hoffnungen auf eine positive Überraschung, die damit auch für De Niro und Besson weiterhin als künstlerische Reanimation verstanden werden darf, besteht in der Kinematographie prinzipiell ja schließli...
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"Getaway“ (USA 2013) Kritik – Ethan Hawke und Selena Gomez lassen die Reifen quietschen

Autor: Pascal Reis "I am not going to die for you." Was wäre ein echter, in seinem impulsiven Habitus und vitalem (oder cholerischem) Naturell klar dem Eskapismus zugeordneter Kino-Held aus nostalgischen Tagen schon ohne sein ikonisches Vehikel? Ob es der DeLorean DMC-12 aus „Zurück in die Zukunft“, der legendäre Pontiac Firebird Trans-Am von Burt Reynolds in „Ein ausgekochtes Schlitzohr“, Steve McQueens grüner Ford Mustang GT390 aus „Bullitt“ oder Sylvester Stallones 1950er Ford Mercury aus der reaktionären Action-Sause „Die City-Cobra“ ist – Sie alle fungieren als verboten cooles Statussymbol und komplettieren den jeweiligen Charakter im Namen der motorisierten Äquivalenz. Möchte man nun einen Schauspieler des Kalibers von Ethan Hawke in die Reihe der schlagfertigen Heroen manövrieren...
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"Machete Kills“ (USA 2013) Kritik – Machete do sequel

Autor: Sebastian Groß "What happen to the world peace?" - "Fuck the world peace." Danny Trejo ist eine coole Sau. Dem bulligen Mexikaner mit dem zerklüfteten Gesicht und dem Schnurrbart, der einen unweigerlich an Pornodarsteller der 1970er Jahre erinnert, ist es gelungen zu einem der Stars des aktuellen B-Films zu werden. Ganz alleine hat er dies jedoch nicht geschafft. Es war Autor, Regisseur und Tarantino-Dauerkumpel Robert Rodriguez, der Trejo immer wieder in seinen Filmen unterbrachte und ihm zumeist Rollen auf den Leib schrieb, die zu dessen ruppiger Präsenz passten. So war es natürlich auch kein Wunder, dass Trejo den Fans der Rodriguez-Filmen in Erinnerung blieb. Mit „Machete“, dessen Entstehung hier jetzt nicht noch einmal durchgenommen werden muss, gelang die Trejomania dann vo...
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"Escape Plan" (USA 2013) Kritik – Stallone und Schwarzenegger hinter schwedischen Gardinen

Autor: Pascal Reis You hit like a vegetarian. Eigentlich ist Ray Breslin (Sylvester Stallone) ein Experte in Sachen Sicherheitsvorkehrungen und nur wenige Leute können ihm in diesem Metier das Wasser reichen. Seine Kompetenzen sorgen dafür, die Hohlräume in Gefängnissen aufzuspüren und konsequent auszumerzen. Als sich Breslin in einem High-Tech-Hochsicherheitstrakt, dem sogenannten „Grab“, einschleusen lässt, um quasi verdeckt die Schwachstellen zu analysieren, bemerkt der Fachmann plötzlich, dass ihm eine Falle gestellt wurde und mit seiner baldigen Entlassung nicht mehr zu rechnen ist. Unter der Fuchtel des sadistischen Anstaltsleiter Hobbes (Jim Cavenziel), wird Breslin das Leben zusätzlich immer schwerer gemacht, bis er den eigenwilligen Mitgefangenen Emil Rottmayer (Arnold Schwarz...