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Kritik zu „Everytime“: Der Überraschungsfilm des Jahres
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Kritik zu „Everytime“: Der Überraschungsfilm des Jahres

Kritik von Julian Bonsu Der bisherige Überraschungsfilm des Jahres: Everytime von Sandra Wollner Nach dem tragischen Tod ihrer jugendlichen Tochter Jessie leidet Ella unter unvorstellbarer Trauer. Gemeinsam mit ihrem jüngeren Kind Melli und Jessies Freund Lux schlägt sie sich durch das Leben in Berlin und später im Urlaub auf den Kanarischen Inseln, wobei alle drei auf ihre eigene Weise versuchen, ihren Verlust zu bewältigen. Sie versuchen nach vorne zu blicken, wollen aber auch die Vergangenheit nicht loslassen. Die Zeit verschwimmt und nimmt allmählich die Form einer Gespenstergeschichte an. Eine Geschichte, so traurig und schön, dass sie noch lange nach dem Abspann nachwirkt. Mit Everytime hat Sandra Wollner den vielleicht eindringlichsten Film des Jahres geschaffen. „Ist das das g...
Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid
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Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid

Kritik von Julian Bonsu - erstmals zu lesen am 7. Juni 2026. Zurück in Madrid: Bitteres Fest von Pedro Almodóvar Keine zwei Jahre nach seinem englischsprachigen Spielfilmdebüt, The Room Next Door, kehrt Pedro Almodóvar mit seinem neuen Film, Bitteres Fest (Amarga Navidad), in die Kinos zurück - dieses Mal wieder in seiner Muttersprache Spanisch. Für Fans von Almodóvars skurriler, gefühlvoller und bunter Welt ist Bitteres Fest wortwörtlich ein Fest für die Sinne. Endlich kann man für circa zwei Stunden wieder in das sinnliche Madrid seiner Filmwelt eintauchen, in kraftvollem Rot baden und in Alberto Iglesias wunderbar opulenter Filmmusik schwelgen. In der Tat sind diese Eigenschaften, zusammen mit der Darstellung von tiefem Drama in Kombination mit komischem Humor, schon seit Jahrzehnt...
Kritik zu „Die Odyssee“: Christopher Nolans Irrfahrt
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Kritik zu „Die Odyssee“: Christopher Nolans Irrfahrt

Kritik von Philippe Paturel "Promise me you will come back." Es ist Penelope (Anne Hathaway), die diesen Satz zu ihrem Mann Odysseus (Matt Damon) sagt, sein Gesicht in ihre Hände genommen, kurz bevor er in den Trojanischen Krieg zieht. Wenige Sätze fassen den emotionalen Kern von Homers Jahrtausende altem Literaturepos so knapp zusammen wie dieser, auch wenn die Odyssee eigentlich um weit mehr kreist als nur um das Versprechen der Wiederkehr. Es ist die Geschichte eines Mannes, der aus zehn Jahren Krieg kommt und erst noch einmal zehn weitere Jahre braucht, um überhaupt wieder nach Hause zu finden – nicht nur geografisch, sondern auch als Mensch, der lernen muss, jemand anderes zu sein als der Krieger, der Troja in Schutt legte....
Kritik zu „Project Hail Mary?“: Ryan Gosling ist wieder der Astronaut
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Kritik zu „Project Hail Mary?“: Ryan Gosling ist wieder der Astronaut

Kritik von Michael Gasch Ryan Gosling zurück im All: Project Hail Mary von Phil Lord und Christopher Miller Es wäre vermutlich nicht übertrieben zu sagen, dass sich Der Astronaut - Project Hail Mary unter den am heißesten erwarteten Blockbustern dieses Jahres wiederfindet. Christopher Nolans Die Odyssee, Denis Villeneuves Dune 3, Steven Spielbergs Disclosure Day und eben auch dieser Science-Fiction-Film vereinen das Opulente gleich mehrfach: große Namen - in diesem Fall Ryan Gosling (an dem - nach Aufbruch zum Mond - erneut das Schicksal der Menschheit im All hängt) und Sandra Hüller als Protagonisten -, große Bilder, ein großes Budget von knapp 248 Millionen Dollar, große Marketingkampagnen, schlichtweg große Versprechen, einen Kinoabend mit Nachhall zu erleben. Als zweite Romanverfil...
Kritik zu „Is This Thing On?“: Stand-up-Comedy als Selbsttherapie
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Kritik zu „Is This Thing On?“: Stand-up-Comedy als Selbsttherapie

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 15. Februar 2026. Stand-up-Comedy als Selbsttherapie: Is This Thing On? von Bradley Cooper In den Regiearbeiten von Bradley Cooper sind stets zwei Symboliken erkennbar. Auf der einen Seite findet sich im gefeierten Regiedebut A Star Is Born als auch in dem Nachfolgewerk Maestro der „Funke“ im Menschen, der entweder hell leuchtet oder im Begriff ist, zu erlöschen. Das Symbol des Sterns, gleichermaßen ein Zeichen von Distanz, Größe und Projektion, steht dem kleinen Individuum dabei entgegen. In großer Distanz schwebend wird Bezug genommen auf Themen wie Leidenschaftlichkeit und den Drang, etwas Großes zu erschaffen. Passend heißt es da auch im Oscar-prämierten Song „Shallow“: Tell me something, girl. Are you happy in this modern world? Or d...
Kritik zu „The Testament of Ann Lee“: Dieser Film spaltete Venedig
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Kritik zu „The Testament of Ann Lee“: Dieser Film spaltete Venedig

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 1. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Kontrovers: The Testament of Ann Lee von Mona Fastvold „Gott würfelt nicht“, soll Albert Einstein einst bemerkt haben. Gemeint war die Ablehnung des Zufalls - eine Haltung, die sich dieser Tage auch auf die Filmfestspiele von Venedig übertragen lässt. Denn reiner Zufall war es wohl nicht, dass Regisseurin Mona Fastvold exakt denselben Premierenslot (Sala Darsena um 19:15 Uhr) erhielt, den im Vorjahr ihr Ehemann und kreativer Partner Brady Corbet mit The Brutalist bespielte. Seit über einem Jahrzehnt arbeiten die beiden nun schon zusammen und durchweg alle ihrer jüngsten Werke feierten ihre Weltpremieren in Venedig. Der Umstand, dass Corbets Werk als monumental r...
Kritik zu „Sorry, Baby“: Ein Film wie ein guter Freund
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Kritik zu „Sorry, Baby“: Ein Film wie ein guter Freund

Kritik von Hendrik Warnke Ein Film wie ein guter Freund: Sorry, Baby von Eva Victor Es gibt diese Filme, da weiß man gar nicht so recht, wie man in einem Kritikformat wie diesem hier über sie sprechen soll. Nicht, weil man nichts mit ihnen anfangen könnte, sondern eher das Gegenteil. Weil sie wahnsinnig reichhaltig sind und man eigentlich viel detaillierter über einzelne Szenen und Momente sprechen müsste, um den Text nicht mit Plattitüden und leeren Adjektiven wie „bewegend“, „tragikomisch“ oder „empathisch“ zu füllen. All diese Adjektive treffen natürlich auf Sorry, Baby, das beim diesjährigen Sundance Film Festival mit dem Drehbuchpreis prämierte Debüt von Eva Victor, zu. Und trotzdem können sie kaum umfassen, was den Film ausmacht. Gleichzeitig sind ausführliche Sze...
Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien
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Kritik zu „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Eine Liebeserklärung an Wahlfamilien

Kritik von Margarita Eliseeva, gesehen im Rahmen des Brussels International Film Festival 2025. Eine Liebeserklärung an alle (queeren) Wahlfamilien: Der geheimnisvolle Blick des Flamingos von Diego Cespedes Gebirge, Sand und eine graue, nur teils asphaltierte Straße ohne Ende. Hier und da stehen einzelne Holzhäuser, ganz einsam und schäbig – sie wirken fast vernachlässigt. Das Jahr ist 1982 und wir befinden uns in der tiefsten chilenischen Wüste. Die einzelnen Häuser gehören zu einem kleinen Bergarbeiterdorf, in dem aber nicht viel los ist. Diejenigen, die es schaffen, gehen lieber in die Großstadt, und die Verbliebenen müssen mit dem monotonen Alltag klarkommen. So könnte der Beginn eines sozialen Arbeiterdramas aussehen, doch La misteriosa mirada del flamenco, auf Deu...
Kritik zu „Zone 3“: KI-Dystopie in Paris
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Kritik zu „Zone 3“: KI-Dystopie in Paris

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 6. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. KI-Thriller in Paris: Zone 3 von Cédric Jimenez Gilles Lellouches letztes Werk, Beating Hearts, war einer der Höhepunkte des vergangenen Kinojahrs. Nun kehrt er zurück – allerdings nicht als Regisseur, sondern als Protagonist im Science-Fiction-Thriller Zone 3 (Chien 51) von Cédric Jimenez (November), der auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere feierte. Im Zentrum steht die KI Alma, welche die gesamte Gesellschaft kontrolliert. Als der Entwickler der KI ermordet wird, geraten die Ermittler Zem (Lellouche) und Salia (Adèle Exarchopoulos) in ein gefährliches Netz aus Vertuschung. Zone 3 bildet den Schlusspunkt des diesjährigen Filmfestivals in V...
Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung
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Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung von Mary Shelleys Literaturklassiker: Frankenstein von Guillermo del Toro Als ein Symbol über Menschenversuche und Kontrollverlust begleiten Frankenstein und die von ihm erschaffene Kreatur schon gefühlt seit Ewigkeiten die Welt - immerhin erschien Mary Shelleys Literaturklassiker bereits vor 207 Jahren. 1910 entstand die erste gleichnamige Kurzverfilmung - der erste Versuch, den Stoff erzählerisch anzupassen und stilistisch zu gestalten. 1931 folgte James Whales erste große Kinoversion, die sich im kollektiven Bewusstsein fest verankerte. Noch nachhaltiger wirkte jedoch die Fortsetzung vier Jahre später, ebenfalls unter seiner Regie: Frankensteins B...