Schlagwort: Marc Trappendreher

Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K
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Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Schön scheitern: Michael Manns verlorene Festung The Keep jetzt in 4K Wir sehen einen zerklüfteten Gebirgspass. Eine lange Kolonne schwerer Militärfahrzeuge quält sich langsam zur Musik von Tangerine Dream den Berg hinauf – ein unheilvoll pulsierendes Klanggewebe aus Synthesizer, das die Szenerie mit einer fast gespenstischen Spannung füllt. Elektronische Wellen werden zu einer trommelnden Mischung aus Bedrohung und Mystik, die die schwerfällige Wagenkolonne umhüllt, während sie unaufhaltsam weiter in das düstere Herz des Gebirges vordringt. Die ersten Bilder lassen keinen Zweifel: Die unheimliche Macht (Original: The Keep) ist kein gewöhnlicher Kriegs- oder Horrorfilm. 1983 unter der Regie von Michael Mann entstanden und basierend auf dem gleic...
Kritik zu „King of New York“: Abel Ferraras 90er-Klassiker in 4K
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Kritik zu „King of New York“: Abel Ferraras 90er-Klassiker in 4K

Kritik von Marc Trappendreher König ohne Krone – Abel Ferraras King of New York als urbane Heimsuchung in 4K Es beginnt wie ein Gebet an die Nacht. Das erste, zaghafte Glimmen über den Dächern, die noch in Dunkelheit gefangene Stadt, und dann die Geigen. Vivaldis Adagio aus „Herbst“ legt sich wie ein fremder, fast sakraler Schleier über die kalte Wirklichkeit der New Yorker Straßen. Es ist eine Musik, die hier im Reich der Asphaltadern, wie aus einer anderen Welt zu kommen scheint. In diesem Gegensatz, dieser Reibung zwischen barocker Anmut und urbaner Härte, liegt schon der ganze Film: Abel Ferraras King of New York, 1990 entstanden, damals ein Werk am Rand des Mainstreams, heute ein fester Bestandteil der kriminellen Filmmythologie, ist bei Pandastorm Pictures in einer umfa...
Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray
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Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Horror als Großstadtparabel: Wolfen (1981) erstmals auf Blu-ray Das Kinojahr 1981 brachte gleich drei Filme hervor, die das Genre des Tierhorrors prägten: The Howling, An American Werewolf in London – und Wolfen von Michael Wadleigh, der nun bei Plaion Pictures im deutschsprachigen Raum erstmals auf Blu-ray erschienen ist. Während die ersten beiden mit Verwandlungseffekten und ironischem Ton zu Klassikern des Werwolf-Films wurden, blieb Wadleighs Werk ein Außenseiter. Doch gerade darin liegt heute seine Faszination: Wolfen ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, sondern eine düstere Allegorie auf urbane Hybris und die Gewalt des Fortschritts. Im Battery Park von New York werden mehrere Leichen entdeckt – zerrissen, als hätte ein Tier zugeschlagen. Unt...
Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?
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Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?

Kritik von Marc Trappendreher - gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Grauzonen des Überlebens: No Other Choice von Park Chan-wook Mit No Other Choice legt Park Chan-wook eine Adaption des Romans "The Ax" von Donald Westlake vor. Im Mittelpunkt steht Man-soo (Lee Byung-hun, Star aus I Saw the Devil und Squid Game), ein entlassener Angestellter, der als Familienvater unter enormem Druck steht. Der Verlust seines Jobs zwingt ihn, den Arbeitsmarkt als gnadenlosen Konkurrenzkampf zu erleben, in dem die Grenzen zwischen fairer Bewerbung und rücksichtsloser Eliminierung verschwimmen. Was als nachvollziehbare Verzweiflung beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer Spirale der Gewalt, die Ausdruck einer grotesken Überlebenslogik ist - Park Chan-wook beschaut all dies mit...
Kritik zu „Decoder“: Der Underground-Klassiker neu auf Blu-ray!
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Kritik zu „Decoder“: Der Underground-Klassiker neu auf Blu-ray!

Kritik von Marc Trappendreher Wenn Klang zur Waffe wird: Decoder (1984) erstmals auf Blu-ray Es gibt Filme, die mehr sind als bloße unterhaltsame Erzählungen – sie wirken wie Botschaften aus einem bestimmten Moment der Geschichte, so tief im Zeitgeist verwurzelt, dass man sie kaum vom gesellschaftlichen Klima trennen kann, aus dem sie entstanden sind. Der deutsche Underground-Film Decoder aus dem Jahr 1984 ist ein einzigartiges Dokument seiner Zeit – ein audiovisueller Ausdruck einer Subkultur, die sich zwischen Punk, Industrial und der Neuen Deutschen Welle bewegte. Regie führte der Düsseldorfer Muscha (Jürgen Muschalek), das Drehbuch entstand in enger Zusammenarbeit mit Künstlern und Aktivisten der Szene, unter anderem Klaus Maeck und Trini Trimpop. Decoder erzählt die Gesc...
Kritik zu „Malcolm X“: Spike Lees politisches Geschichtsepos neu in 4K
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Kritik zu „Malcolm X“: Spike Lees politisches Geschichtsepos neu in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Seine Stimme finden: Malcolm X von Spike Lee bei Arthaus im 4K-Mediabook Wie findet man eine Stimme, wenn einem ein Leben lang gesagt wurde, man habe keine? Diese Frage scheint durch Spike Lees Malcolm X von 1992 zu schwingen, ohne je ausgesprochen zu werden. Er begleitet einen Mann auf seinem Weg durch eine Gesellschaft, die ihn erst missversteht, dann fürchtet, schließlich zum Schweigen bringt. Die neu erschienene 4K-Mediabook-Edition bei Arthaus lässt diesen Weg in neuer Schärfe und Würde sichtbar werden. Der Film erzählt das Leben von Malcolm Little, später Malcolm X, von seiner Kindheit bis zu seiner Ermordung 1965. Nach einer von Rassismus und familiärer Zerrüttung geprägten Jugend gerät Malcolm in die Kriminalität, wird verurteilt und kom...
Kritik zu „Bewegliche Ziele“: Bogdanovichs Klassiker erstmals auf Blu-ray
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Kritik zu „Bewegliche Ziele“: Bogdanovichs Klassiker erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Die verlorene Unschuld des Horrorkinos: Bewegliche Ziele von Peter Bogdanovich Peter Bogdanovichs Regiedebüt Bewegliche Ziele (OT: Targets) aus dem Jahr 1968 ist bei OFDb-Filmworks auf Blu-ray erschienen – ein Film, der auf faszinierende Weise das Ende des klassischen Horrorkinos mit der aufkommenden Realität sinnloser Gewalt in der modernen amerikanischen Gesellschaft verknüpft. Bewegliche Ziele situiert sich genau in der Phase, in der auch Bonnie und Clyde (1967), Die Reifeprüfung (1967) und Easy Rider (1969) in die Kinos kamen – Werke, die gemeinhin als der Auftakt des New Hollywood gelten. Der Film reiht sich damit unmittelbar in die gesellschaftlichen und künstlerischen Umbrüche der Zeit ein und spiegelt die neue Offenheit und Experimentierf...
Kritik: Fargo (USA 1996) | Neu in 4K
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Kritik: Fargo (USA 1996) | Neu in 4K

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher "Kennst du schon den Witz über den Kerl, der sich kein Nummernschild mit seinen Initialen leisten konnte und seinen Namen in J3L-2404 ändern ließ?" Obwohl sie in den letzten Jahren getrennt arbeiten, hat die Popularität ihres Gesamtwerkes die Coen-Brüder in Hollywood längst zu einer festen Größe gemacht. Ihre Arbeitsaufteilung folgte dabei im Wesentlichem einem gleichen Schema: Joel übernimmt die Regie, während Ethan die Produktion leitet – die Drehbücher stammen immer von beiden. Wie genau sich die Arbeitsteilung im Prozess der Vorproduktionsphase, der Dreharbeiten und der Postproduktion tatsächlich vollzieht, ist nie ganz klar zu definieren. Es ist in allen Fällen eine überaus symbiotische Arbeitsweise und eine ungemein produktive Zusammenarbeit...
Kritik: Carrie – Des Satans jüngste Tochter (USA 1976) | Neu in 4K
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Kritik: Carrie – Des Satans jüngste Tochter (USA 1976) | Neu in 4K

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher "They're all gonna laugh at you!" Gottgläubige sind besessen, die erste Menstruation kommt in der Dusche, eine Schülerin kann mit Gedankenkraft Dinge bewegen und ein Schulball wird zum Massaker. Nachdem Brian de Palma im Horror-Musical Das Phantom im Paradies (1974) die Funktionsweisen der Unterhaltungsindustrie darlegte und in Schwarzer Engel (Obsession, 1976) seine große Liebeserklärung an den Film und an Alfred Hitchcock öffentlich machte, wandte er sich gänzlich dem Horrorgenre zu und drehte Carrie, basierend auf dem ersten Roman von Kultautor Stephen King. Obwohl es sich dabei um eine literarische Adaption handelt, ist Carrie ein sehr persönlicher Film, der viel über die Autorschaft Brian de Palmas verrät. Wenn Schwarzer Engel ein Film über ...
Kritik: Blutgericht in Texas (USA 1974) – The Texas Chainsaw Massacre
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Kritik: Blutgericht in Texas (USA 1974) – The Texas Chainsaw Massacre

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher "The film which you are about to see is an account of the tragedy which befell a group of five youths, in particular Sally Hardesty and her invalid brother, Franklin. It is all the more tragic in that they were young." „A vile piece of sick crap” – so beschrieb das Harper’s Magazine Tobe Hoopers berühmten Horrorfilm The Texas Chainsaw Massacre (1974, dt. Titel "Blutgericht in Texas"), der doch im eigentlichen Sinne kein Gore-Film ist: Der im Dokumentarstil gehaltene Film versetzt fünf Jugendliche, die in Texas unterwegs sind, in einen schrecklichen Albtraum. Die Gruppe von Freunden, die auf dem Weg zu einem Familienbesuch sind, stößt auf eine grausame Familie, die scheinbar grundlos Jagd auf sie macht und von dem berüchtigten Mörder Leatherface an...