"Die etwas anderen Cops" (USA 2010) Kritik – Mark Wahlberg und Will Ferrell sind nicht ganz normal

„Eines Tages werde ich deine Wand aus Wut zerbrechen und darauf freue ich mich jetzt schon.“

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Es gibt immer wieder Schauspieler, die einfach in jedem Film die gleiche Art an den Tag legen und ihre Charaktere immer wieder auf denselben Wegen auslegen. Passende Beispiele wären Adam Sandler und Jim Carrey, die mit ihren recht seichten Komödien die Filmwelt in zwei klare Teile aufspalten und entweder mit ihrem derben Humor abschrecken, oder als klare Lachgarantie gelten. Wobei man sagen muss, Jim Carrey hat sich inzwischen auch schon bewiesen, dass er ein ernstzunehmender Charakterdarsteller sein kann, wenn man an seine brillanten Auftritte in „Der Mondmann“, „Die Truman-Show“ und „Vergiss mein nicht!“ denkt. Solchen Auftritten steht Sandler noch hinterher, auch wenn er unter Paul Thomas Anderson in „Punch-Drunk Love“ wirklich eine für seine Verhältnisse fantastische Leistung gebracht hat, aber unter Anderson kann man ja gar nichts schlechtes zeigen. In diese Reihe der unveränderbaren Schauspieler, lässt sich auch Will Ferrell zählen, der von vielen Menschen schon abgrundtief gehasst wird, einfach weil er seinen extremen Humor, immer gnadenlos durchzieht und keine Rücksicht auf Verluste nimmt. Mit seinem Kumpel Adam McKay, unter dem Ferrell vorher schon in Filmen wie „Die Stiefbrüder“ und „Der Anchorman“ aufgetreten ist, hat er im Jahre 2010 jedoch einen Streifen abgeliefert, der wirklich unglaublich lustig ist und wahrscheinlich sogar der lustigste Film ist, in dem Will Farrell bis jetzt beteiligt war: „Die etwas anderen Cops“.

Das New York Police Department wird von zwei Männern regiert: Detective Highsmith und Detective Danson, die einen Fall nach dem anderen aufklären und die Stadt immer wieder in ihre Einzelteile zerlegen. Als es jedoch zu einem tödlichen Zwischenfall kommt, stehen zwei ganz andere Männer im Rampenlicht: Der cholerische Detective Hoitz und der ziemlich eigenartige Detective Gamble, die nun die Chance haben, ihr Schreibtischleben zurückzulassen und genau wie die beiden vorherigen Helden Verbrecher zu jagen. Die ersten Bösewichte sind schon im Blick, wie zum Beispiel der Finanzinvestor David Ershon, doch diese zu fassen ist das einzige Problem, denn das ungleiche Duo steht sich selber viel zu oft im Weg und streiten sich mehr, als das sie in ihren Fällen vorankommen…

Sachen wie die Schnitttechnik, Kameraführung und Musik stehen hier ganz eindeutig im Hintergrund, obwohl der Soundtrack von Jon Brion komponiert wurde, der auch den fantastischen Score zu „Magnolia“ geschrieben hat. Das soll nun aber nicht heißen, dass sich Kameramann Oliver Wood oder Cutter Brent White keine Mühe gegeben haben, aber das Hauptaugenmerk liegt vollständig auf den beiden Hauptdarstellern. An erster Stelle steht dann also der erwähnte schwierige Fall Will Ferrell. Der Amerikaner mag es gerne deftig, scheut sich nicht vor pubertärem Fäkalhumor und ihm seine Art vollkommen auszutreiben, ist schier unmöglich. In „Die etwas anderen Cops“ passt Ferrell als eigenwilliger und ziemlich schräger Detective Allen Gamble jedoch genau hinein und verzichtet sogar gänzlich auf jede pubertäre Zote. Neben ihm ist Mark Wahlberg als ständig wütender Detective Terry Hoitz zu sehen und gibt den perfekten Gegenpart zum ruhigen Gamble. Die Harmonie der beiden ist wunderbar und kann in jeder Szene aus ihren Vollen schöpfen, denn allein die Blicke, die sich die beiden zuwerfen sind schon so herrlich, dass es einfach nur Spaß macht, ihnen beim Zanken zuzusehen. Die Auftritte von Samuel L. Jackson und Dwayne „The Rock“ Johnson sind zwar ebenfalls urkomisch und schön selbstironisch, allerdings ist ihre Filmzeit schnell vorbei. Auch Michael Keaton als Captain Gene Mauch und Eva Mendes als heiße Frau Sheila können sich einige Lacher gutschreiben lassen.

„Wären wir wilde Tiere, würde ich dich angreifen, selbst wenn du nicht Teil meiner Nahrungskette wärst, würde ich keinerlei Mühen scheuen, um dich anzugreifen. Wär ich ein Löwe und du ein Thunfisch, würde ich mitten in den Ozean rausschwimmen, und dich auffressen! Und dann leg ich deine Thunfischfreundin flach.“ – „Erst einmal: Ein Löwe der im Ozean schwimmt? Löwen sind wasserscheu! Würde das an einem Fluss oder einer anderen Wasserquelle stattfinden, dann wär das noch plausibel. Aber Du als Löwe im Ozean? Sechs Meter hohe Wellen, vor der Küste Südafrikas und dann greifst u einen ausgewachsenen 362 Kilo schweren Thunfisch an und 20 oder 30 seiner Freunde? Den Kampf verlierst Du! Den verlierst du in 9 von 10 Fällen. Und was dann? Du bist unserem Thunfischschwarm zu nahe gekommen und wir sind jetzt auf den Geschmack gekommen. Wir reden miteinander, wir kommunizieren und sagen uns: „Löwe schmeckt gut! Los, holen wir uns noch mehr Löwe.“ Wir entwickeln ein System. Wir errichten einen Landekopf, und machen jagt auf dich und deine Familie. Und dann treiben wir euch in die Enge. Euer Rudel, eure Kinder!“

Geniale Buddy-Action à la „Lethal Weapon“ gibt es heutzutage einfach nicht mehr, deswegen darf man Regisseur Adam McKay schon dankbar sein, dass er mit seiner Action-Komödie „Die etwas anderen Cops“ dem Genre endlich wieder richtig frischen Wind eingehaucht hat. Das große Highlight des Films sind natürlich die beiden ungleichen Protagonisten, die sich andauernd in den Haaren haben und auch mal eine vollkommen schräge Diskussion darüber beginnen, dass ein Löwe im Meer keine Chance gegen einen Thunfisch hätte. Von diesem Humor lebt „Die etwas anderen Cops“, denn wenn McKay sein Duo von der Leine lässt, dann auch richtig und immer so tief im Bereich der Absurdität, dass eine Gagdichte heraufbeschworen wird, die wirklich kein Halten mehr kennt. Sicher, die Krimistory selbst ist Humbug, genau wie die Verschwörungstheorie, die zum Ende des Films eine immer größere Rolle einnimmt und das Tempo des Films etwas abmildert, aber mit einer komplexen Geschichte wollte man hier zu keiner Sekunde glänzen. Es geht ganz klar um den Spaß, und den wird man hier haben, denn was McKay hier entzündet, ist ein treffsicheres Gagfeuerwerk, bei dem wirklich so gut wie jeder Satz einen Lacher mit sich bringt, vermischt aus Situationskomik und Wortwitz, und dabei durchgehend so neben der Spur ist, dass der Film wie die Figuren einfach sympathisch sind und der kurzweile Spaß zur besten und wirklich lustigen Unterhaltung wird.

Fazit: „Die etwas anderen Cops“ besitzt zu keiner Zeit irgendeinen Tiefgang, doch kann mit einer Gagdichte begeistern, die im Minutentakt einen Spaß nach dem anderen herausfeuert und den Zuschauer direkt in eine extrem unterhaltsame Action-Komödie zieht, in der nicht das Drehbuch interessiert, sondern die wunderbare Harmonie zwischen Will Ferrell und Mark Wahlberg. „Die etwas anderen Cops“ ist absurd, schräg, total daneben, dabei aber immer sympathisch und liebenswert.

Bewertung: 7/10 Sternen