Schlagwort: Laura Dern

Netflix-Kritik: Marriage Story (USA 2019)
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Netflix-Kritik: Marriage Story (USA 2019)

Criminal lawyers see bad people at their best, divorce lawyers see good people at their worst. Marriage Story ist Noah Baumbachs "Szenen einer Ehe", eine emotionale Achterbahn der Gefühle und nach Roma und dem erst im November erschienen Scorsese-Meisterwerk The Irishman ebenfalls einer der (Netflix-)Filme des Jahres, die erfolgreich in das Rennen um die bedeutendsten Filmawards gingen bzw. gehen werden. Mitreißend, lebensnah, relevant: Der US-amerikanische Autorenregisseur Noah Baumbach hat (nach u.a. Mistress America) eine weitere herausragende Tragikomödie gedreht, welche mitten aus dem Leben des Künstlerpaares Charlie (Adam Driver) und Nicole (Scarlett Johannson) erzählt, die seit vielen Jahren scheinbar glücklich miteinander verheiratet sind, einen Sohn haben und in der New Yo...
Kritik: Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi (USA 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi (USA 2017)

Fight what you hate, save what you love. Noch bevor auch nur die erste Szene abgedreht war, galt Rian Johnson als der neue Erlöser für Star Wars. Der Regisseur und Autor, der zuvor Episoden von Breaking Bad inszeniert und Filme wie Brick oder Looper drehte, war von Beginn an für die Fans des Sternenkrieges genau der Richtige, um die neue Trilogie in glanzvolle Regionen zu befördern. Er war der Star Wars-Messias der Stunde. J.J. Abrams bereitete die Wiederauferstehung vor, Johnson - da waren sich die Fans sicher - führt die neue Saga dann in Richtung Unendlichkeit. Tatsächlich gelingt Johnson mit The Last Jedi ein wirklich guter Film. Ob er den Stellenwert von The Empire Strikes Back erreichen wird? Ordentlich holpern tut der Mittelteil der dritten Krieg der Sterne-Trilogie nämlich schon...
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"Der große Trip" (USA 2014) Kritik – Selbstfindung im episodischen Gedankenrausch

Autor: Pascal Reis "God is a ruthless bitch." Schon wieder lockt er, der Ruf der Wildnis. Im Falle von „Der große Trip – Wild“ ist dieser Antrieb, hinaus in die Natur zu schreiten, über Pfade zu waten, die nur wenige Menschen zuvor betreten haben, intrinsisch motiviert: Die unendlichen Weiten des Pacific Crest Trail fungieren im neuen Film von Jean-Marc Vallée als genügsame Klammer der Selbstverwirklichung. Aber dieses Genre vom strauchelnden Individuum, das sich durch die Wälder, eisigen Schnee und spröde Wüsten kämpfen, scheint ohnehin ein äußerst interessantes zu sein – Und profitable Anlaufstelle, wenn man sich den Abenteuern realer Persönlichkeiten annehmen möchte. Mit „Into the Wild“ verfilmte Sean Penn die idealistische und ebenso tragische Geschichte von Christopher McCandless, J...
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"Wild at Heart" (USA 1990) Kritik – Eine unsterbliche Liebe und grenzenlose Abgründe

"Die Welt hat ein wildes Herz und ist total verrückt geworden!" Das Jahr 1990 war ein ganz besonderer Höhepunkt im Schaffen von David Lynch. Bei den Filmfestspielen von Cannes konnte er für seine Road-Movie-Romanze 'Wild at Heart' die begehrte goldene Palme entgegen nehmen. Lynch war 1990 schon ein bekanntes und umstrittenes Gesicht in der Welt und mit Filmen wie 'Der Elefantenmensch' und 'Blue Velvet' schrieb er zuvor schon Geschichte. 'Wild at Heart' kann dieser vorherigen Qualität zwar nicht ganz standhalten und Lynch inszeniert einen wilden wie abgründigen Film, kann aber über einige Längen nicht hinwegsehen wirkt gelegentlich zu unausgegoren. Visuell spielt der Film natürlich in der ersten Liga. Die groben, trockenen und gerne auch düsteren Bilder passen sich der Grundstimmung des...
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"Blue Velvet" (USA 1986) Kritik – Das Grauen der Vorstadt

"Es ist eine fremde, seltsame Welt, was?" David Lynch ist in der großen, weiten Filmwelt einer der außergewöhnlichsten Regisseure überhaupt. Nicht selten lässt er sein Publikum mit großen Fragezeichen über dem Kopf und verärgert vor dem Bildschirm zurück. Im Gegensatz zu seinen treuen Anhängern, die genau diese unglaubliche Verwirrung lieben und bei jeder erneuten Filmsichtung einen versteckten Denkwinkel und Interpretationsansatz entdecken. Lynch gibt uns in jedem Fall genügend Diskussionsstoff. Mit 'Blue Velvet' aus dem Jahr 1986 inszeniert der Meister des Surrealen zwar keinen derartigen Schädeltritt wie mit 'Lost Highway' oder 'Mulholland Drive', füttert seine Fangemeinde aber mit einem alptraumhaften Ritt quer durch unsere schwarzen Seelen. Wir schwanken zwischen der glänzend-schi...
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"Perfect World" (USA 1993) Kritik – Freundschaft und Verbrechen

"Werden Sie mich erschießen?" Seit sieben Jahrzehnten ist Clint Eastwood schon in der Filmwelt vertreten und beglückt seine Fans mit einer tollen Leistung (vor und hinter der Kamera) nach der anderen. Eines seiner größten Jahre ist wohl 1993, in dem Eastwood nicht nur mit 'Erbarmungslos' dem Western zum letzten Mal die Ehre erwies. Er inszenierte auch das einfühlsame Road-Movie 'Perfect World', das leider viel zu oft schlecht wegkommt, obwohl es ohne weiteres zu Eastwoods besten Arbeiten gehört. Schwerverbrecher Butch Haynes nimmt nach einem geglückten Gefängnisausbruch den achtjährigen Philip als Geisel. Auf der gemeinsamen Flucht wachsen die beiden immer mehr zusammen. Ein Riesenaufgebot von Gesetzeshütern klebt ihnen dabei allerdings schon längst an den Fersen. Das Texas der 60er J...